Drift & Drive: Weltrekord im Durchdrehen

Mit 295 PS und quietschenden Reifen zum Weltrekord. Rallyefahrer Uwe Nittel stellte in seinem Mitsubishi Lancer Evolution zwei neue Bestmarken für das Guinessbuch im Dauerdriften auf. Dabei hätte er beinahe den Kampf gegen die Physik verloren.
Driften ist wie Dribbeln beim Fußball: der technisch brillante Umweg zum Ziel. Statt geradeaus zu fahren, rutscht der Pilot beim Driften mit durchdrehenden Rädern seitlich um die Kurve. Rallyefahrer Uwe Nittel hat diese Disziplin zur Kunst gemacht. Und rutschte 2:29 Stunden Nonstop zum Weltrekord.
Der Asphalt auf dem Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal ist nass. Der Motor des Mitsubishi Lancer Evolution brüllt, seine Reifen quietschen seit 2:18 Stunden. 39,19 km hat er laut GPS zurückgelegt. Laut Tacho sogar 63,4 km. Denn der Kilometerzähler misst auch die 24,21 km, in denen die Reifen in der Luft durchgedreht haben.
Um die Kreisbahn am Rand des Sachsenrings stehen Journalisten, Motorsportfans und drei Zeugen, die das Guinessbuch der Rekorde vorschreibt. Alle warten auf die Sensation: den Weltrekord im Dauerdriften. Drei Minuten trennen den Rallyepiloten Uwe Nittel und seinen Lancer Evolution noch von der Weltklasse. Vergessen ist jetzt das Tief nach zwei Stunden, als er per Funk durchgab: „Ich spüre den rechten Fuß nicht mehr.“ Jetzt schaut der Rallye-Vizeweltmeister von 1996 nur nach vorn. Einen Weltrekord hat er heute schon mit seinem Teampartner Mitch Mittländer gebrochen: die Bestmarke eines Nissan-Teams im Paralleldriften von 2006. 13 Minuten lang rutschten die beiden Motorsportfanatiker mit durchdrehenden Reifen im Formationsflug fast parallel zur Fahrbahn. Fast doppelt so lang wie 2006.
Doch dieser Rekord zählt jetzt nicht. Jetzt kämpft Uwe Nittel mit seinem Auto und der nassen Fahrbahn gegen einen übermächtigen Gegner: die Physik. Wenn die Fliehkraft den Piloten zwingt geradeaus zu fahren, hat er verloren.
Noch zwei Minuten. Meter um Meter schiebt sich der Lancer Evolution mit heulendem Motor dem Rekord entgegen. Doch plötzlich passiert das, was nicht passieren darf. Die Kumho I‘ZEN KW17 Reifen bekommen auf dem nassen Asphalt plötzlich Griff. Der Evo fährt geradeaus. Zwei Minuten vor dem Weltrekord.
„Die Reifen zeigen auf diesem Untergrund keine Abnutzungserscheinungen und der Tankinhalt würde für etwa fünf Stunden reichen“, stellt Mitsubishi Experte Markus Reiter fest. „Der Grund für den Abbruch war die Fehlermeldung eines Sensors. Die ganze Technik ist ja nicht für einen Dauerdrift ausgelegt.“
An der Bahn wird unter den Motorfans diskutiert. Eigentlich hat Uwe Nittel den Rekord gebrochen. Schließlich war der letzte Rekord mit einer Pause erfahren. Nach einer Stunde wurde damals getankt und es wurden neue Reifen aufgezogen. Rein technisch war er länger gefahren. Doch Uwe Nittel wollte einen lupenreinen Rekord.
Nebel zieht auf. Bald würde es dunkel werden. Uwe Nittel und sein Team diskutieren kurz. Dann steht ihr Entschluss fest. Uwe Nittel wird einen zweiten Weltrekordversuch starten. Er nimmt den Kampf wieder auf. 2,5 Stunden hochkonzentriert auf dem Gas. Das Auto stets übersteuert. Schwerstarbeit für den Körper.
Rallyekünstler wie Uwe Nittel in seinem Mitsubishi Lancer Evolution arbeiten mit Übersteuern durch heftiges Gaswegnehmen bei fast gleichzeitigem Runterschalten beim Einlenken. Eine extreme Belastung für den Körper. Solche Drifts können Laien nur unter Anleitung auf speziellen Motorsportanlagen lernen. Am bestenbeim Weltrekordler selbst. Im Fortgeschrittenenkurs von Uwe Nittels Rallyeschule driftet man in einem Mitsubishi Lancer Evolution und kann nachvollziehen, wie anstrengend diese Manöver sind.
In Autos mit Frontantrieb wie beispielsweise dem Lancer Sportback funktioniert Driften mithilfe der Handbremse.
Am Sachsenring besorgen Organisatoren des Weltrekordversuchs Hütchen mit Reflektoren, weil langsam die Dunkelheit einsetzt. Uwe Nittel steigt wieder ins Auto. Der 39-Jährige atmet tief durch, geht aufs Gas und lässt das Heck ausbrechen.
„Zuletzt spürte ich meinen rechten Fuß kaum noch, die Finger am Lenkrad krampften“, wird Nittel später der Presse sagen. Doch der Rallyekämpfer hält durch. Nach 2:29 Stunden und 27 Sekunden steigt Uwe Nittel aus dem Auto und kniet sich erschöpft auf die Fahrbahn.
Ein Weltrekord für den Lancer Evolution. Ein Sieg des Willens. Uwe Nittel lässt sich feiern. Dann steigt er in seinen Lancer Evolution und fährt mehrere 100 Kilometer nach Hause.
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Dann melden Sie sich bei Drift & Drive an, der Rallyeschule von Uwe Nittel. Das ideale Programm für motorsportlich interessierte Fahrer, die im Umgang mit ihrem eigenen Fahrzeug sicherer werden und ihre Sicherheitsreserven erhöhen wollen. Lernen Sie die Grundlagen des Rallyesports kennen und erarbeiten Sie sich eine perfekte Fahrzeugbeherrschung in Extremsituationen. Während des Basistrainings wird auf bewässerten Asphaltflächen gefahren. Dadurch kommt es zu keiner außergewöhnlichen Belastung der Fahrzeuge und nur zu Reifenverschleiß!
Weitere Infos, Termine und Anmeldung online unter: www.mitsubishi-fahrertraining.de
Der Bericht zum Download:
Bericht "Weltrekord im Durchdrehen" (PDF, 1,21 MB) >>
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